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TSBV-Chef Andreas Minschke im Interview

„Für eine WM gibt es keine Schablone“

2023 werden in Oberhof sowohl die WM im Biathlon als auch im Rennrodeln ausgetragen. Über die jetzt anstehende Vorbereitung sprachen wir mit dem Präsidenten des Thüringer Schlitten- und Bobsportverbandes Andreas Minschke.

Herr Minschke, bis zur WM Anfang 2023 sind es noch gut vier Jahre. Eigentlich doch ausreichend Zeit, sich gut vorzubereiten?

AM: Vier Jahre sind weniger als man glaubt. Wir sprechen hier von Großereignissen und Investitionen die noch weit nach den Weltmeisterschaften funktionieren müssen. Es ist wichtig, in Sachen Infrastruktur und Baumaßnahmen aber auch in der Vermarktung die richtigen Grundsteine zu legen. Es ist wie im Eiskanal - einen schlechten Start kann man nur schwer aufholen.

Aber Oberhof hat doch sowohl im Biathlon als auch bei den Kufensportlern ausreichend Erfahrung mit Sportevents.

AM: Natürlich hat man bewiesen was möglich ist. Mit mehr als 7.000 Zuschauern jährlich sind wir beim Rodeln stärker als jeder andere Wettkampf im Eiskanal weltweit. Aber für eine WM gibt es keine Schablone, die man aus der Schublade holt. Die Sportart hat sich entwickelt, die mediale Berichterstattung hat sich grundlegend verändert und das Besucherverhalten ist, wie eine von uns in Auftrag gegebene  Umfrage gezeigt hat, im Wandel. Wir müssen mit der Zeit gehen. Was es braucht, ist die Erfahrung der letzten Jahre aber auch die Bereitschaft, insbesondere im Bereich Marketing neue Wege zu gehen. Wichtig ist mir zu unterstreichen, dass wir in Zukunft weiterhin auf die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bauen und vertrauen. Ohne sie würde auch mit allem Geld der Welt die erfolgreiche Sportart Rodeln in Oberhof kein so einzigartiges Zuhause finden.

Mit über 50 Millionen Euro steckt der Freistaat eine Menge Geld in den Standort. Damit sollte der Erfolg der Veranstaltungen doch auch machbar sein…
AM: Mit diesem Geld soll in Oberhof nicht nur die Sportinfrastruktur an den beiden WM-Stätten, sondern auch das Umfeld ertüchtigt werden. Aber mit Verlaub, Erfolg lässt sich nicht kaufen. Die Investitionen sind auch ohne die Wettbewerbe dringend nötig. Mit der Sanierung der Rodelbahn wird etwas geschaffen was bleibt – ein wichtiger Mehrwert für den Nachwuchs und den Breitsport. Ich bin sehr froh, dass mit den Investitionen unsere Sportart nachhaltig zukunftsfest gemacht wird. Wenn wir auch in 10 oder 20 Jahren Medaillen bejubeln wollen, müssen wir jetzt Bedingungen organisieren, die langfristig konkurrenzfähig sind. Die Sanierung der Bahn liegt in der bewährten Kompetenz des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum Oberhof. Der Freistaat hilft, wo er kann und wir als TSBV sind uns unserer Aufgaben und Verantwortung bei der Organisation bewusst. Ich bin davon überzeugt, dass die Weltmeisterschaften ein Erfolg für Oberhof, die Region und den ganzen Freistaat werden.

Interview: S.Lenk