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Bundesstützpunkttrainer Matthias Höpfner im Interview

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Thüringens Bobsportler auf Erfolgskurs

Im Schatten der sechs Thüringer Rodler, die für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang nominiert wurden, haben sich auch einige Bobsportler der Trainingsgruppe von Bundesstützpunkttrainer Matthias Höpfner und dem Erfurter Stützpunkttrainer Christoph Heyder in einem harten Konkurrenzkampf für die Wettkämpfe in Südkorea qualifiziert.

Im Interview gibt Bobtrainer Höpfner Auskunft über die Chance seiner Athleten bei Olympia und die Ambitionen des Thüringer Bobnachwuchses bei Juniorenweltmeisterschaften in St. Moritz in der kommenden Woche.

Mariama Jamanka sicherte sich am vergangenen Wochenende Platz 3 im Gesamtweltcup und ist in der Rangliste beste Deutsche. Ist das ein Fingerzeig für Olympia?

Höpfner: Mariama fährt eine sehr stabile Saison und die Formkurve zeigt deutlich nach oben. Sie hat bei Olympia die Chance aufs Podest zu fahren. Das Potential ist ohne Zweifel vorhanden. Wichtig ist, dass sie weiter so fokussiert bleibt wie sie es im Moment ist. Dann wird sie jede Menge Spaß bei Olympia haben und kann den Wettbewerb selbstbewusst und mit der nötigen Lockerheit angehen.

Annika Drazek ist zurzeit als Anschieberin heiß begehrt, ist es denn automatisch so, dass die beste Anschieberin mit der besten Pilotin, also mit Jamanka zusammen fährt.

Höpfner: Der BSD hat sich bei der Zusammensetzung der Bobs festgelegt. Annika Drazek wird demnach mit Stephanie Schneider und Mariama Jamanka mit Lisa Buckwitz an den Start gehen. Ich sehe das aber nicht unbedingt als Nachteil, da Mariama und Lisa in Innsbruck ja gezeigt haben, dass sie gut harmonieren und um die Podiumsplätze mitfahren können.

Apropos Anschieber, Alexander Rödiger und Lisette Thöne haben sich sprichwörtlich in letzter Sekunde zu Olympia gekämpft. Wie sehen Sie die Form gerade von Rödiger?

Höpfner:  Alexander hat sich die Olympianominierung wirklich verdient. Er arbeitet täglich hart an seiner Form und diese ist wirklich gut. Er ist in optimaler Verfassung für Olympia und kann jeden Piloten eine große Hilfe sein. Das hat er am vergangenen Wochenende im 4er bei Nico Walther einmal mehr unter Beweis gestellt. Aber nicht nur Alex hat sich für Olympia qualifiziert.  Auch die Erfurterin Lisette Thöne fährt als Ersatzanschieberin mit nach Südkorea. Also eine durchaus ansehnliche Quote für den Thüringer Bobsport.

Von den aktuellen Stars zu den zukünftigen. In der kommenden Woche findet die Juniorenweltmeisterschaft in St. Moritz statt. Mit dabei wird auch der Sonneberger Jonas Jannusch sein. Werden diese Titelkämpfe das Sprungbrett in den A-Weltcup für Ihn?

Höpfner: Es werden neben Jonas als Pilot auch Bastian Heber und Benedikt Hertel als Anschieber Thüringen bei der JWM vertreten. Das ist ein deutliches Zeichen, dass das Nachwuchskonzept des Thüringer Schlitten- und Bobsportverbandes (TSBV) in Verbindung mit den Thüringer Vereinen und dem Kooperationspartner aus Sachsen-Anhalt funktioniert. Dieser Weg ist mit Blick auf 2022 der richtige und wird sicher Früchte tragen.  
Jonas hat sich durch die internen Selektionsrennen und gute Resultate in der abgelaufenen Europacupsaison für den 2er – und 4er Bob qualifiziert und sich zusätzlich durch sein fahrerisches Talent und seine professionelle Einstellung empfohlen. Bis zum A-Weltcup ist es aber noch ein harter und langer Weg, möglich ist er für ihn sicherlich.

Leistungssport ist auch immer abhängig von der Finanzierung. Jannusch ist zurzeit weder Sportsoldat noch bei der Sportfördergruppe der Polizei angebunden. Wie geht es in der kommenden Saison in dieser Frage weiter?

Höpfner: Der TSBV und die Verantwortlichen in Oberhof tun alles um für Jonas eine Perspektive zu entwickeln. Sowohl mit der Bundeswehr, der Bundespolizei als auch mit der Thüringer Landespolizei laufen zur Zeit Gespräche. Dabei gibt es auch ob der guten Leistung und seiner positiven Entwicklung in der laufenden Saison vielversprechende Signale. Nicht zuletzt hat auch die Thüringer Sporthilfe bereits in dieser Saison eine starke Unterstützung geleistet. Auch hier sind wir auf einem guten Weg und werden den Athleten nicht im Regen stehen lassen.

Foto: Hans-Joachim Bittner